Startschuss zum Arsch-hoch-Programm

Ich war eigentlich immer schlank. Bis jetzt. Mal zu schlank, mal etwas wohlgenährter, aber trug immer maximal Größe 38. Ich war sportlich, machte mal mehr, mal weniger Fitness und tanzte viel, vor allem in Clubs, aber da dann die ganze Nacht durch. Auf meine Ernährung achte ich seit ich 16 bin, ne Pizza esse ich alle 2 Jahre mal und bin große Anhängerin des Low-Fat Konzepts. Trotzdem habe ich in den letzten zwei Jahren 20 – in Worten zwanzig – Kilo zugenommen. Von Größe 36 auf Größe 42. Die ersten fünf Kilo waren gut, die nächsten 5 waren auch noch OK, aber die nächsten zehn müssen wieder gehen.
Trotz anfänglich versuchten Leugnens weiß ich natürlich genau, wo jedes einzelne herkommt. Wenn ich ehrlich zu mir bin. Daher muss es doch möglich sein, diese auch wieder mindestens so schnell zu verlieren. Oder?
Wenn ich mir meinen Gewichtsverlauf der letzten Jahre ansehe, dann kann ich das ganz genau zuordnen:

kurvedesgrauens

1) Bis Mitte 2011 lag während der letzten Jahre mein Gewicht recht konstant bei 60 Kilo, +/- 2 Kilogramm. Das ist recht niedrig, ich weiß. Aber ich hatte keine Probleme, es zuhalten. Bewusste Ernährung und viel Sport, etwas Stress hat gereicht.
2) Ich nahm plötzlich zu, meine Kleidung wurde enger, ich war nur noch erschöpft. Ohne Grund. Ich ließ mich in einer Diagnoseklinik in München komplett durchchecken. Dort wurde eine Hashimoto Thyreoditis und diverse Lebensmittelunverträglichkeiten Typ II entdeckt (Gluten, Milcheiweiß, Ei, etc.) Nach einer Umstellung meiner Ernährung und leichter Medikation war ich innerhalb weniger Monate wieder ganz die Alte.
3) Ich hatte ein sehr schlimmes persönliches Erlebnis. Anfangs nahm ich sehr stark ab, dann hatte ich Phasen, in denen ich Homebound war, fast nur schlief und das Bett auch im Wachzustand nicht verließ. Ich war beruflich selbständig, da ging das. Die Mischung aus Hashimoto und mangelnder Bewegung sowie das ein oder andere Glas (Flasche) Wein taten ihr Übriges und schenkten mir anschließend 10 Kilo.
4) Hier wurde dann diagnostiziert, dass sich meine Schilddrüse nun komplett aufgelöst hat. Ich hatte mittlerweile den besten Job der Welt, war fest angestellt, musste das Haus verlassen, aber war immer müde, niedergeschlagen, grübelte viel. Für Sport hatte ich keinerlei Kraft. Ich trank viel zu viel Wein/Prosecco, auch zum Teil um mich selbst schön zu trinken. Ich registrierte natürlich, dass ich stark zugenommen hatte, aber hatte nicht die Kraft etwas zu ändern und versuchte irgendwie von Tag zu Tag durchzukommen.
5) Die Stunde null: nach langer Zeit wog ich mich wieder und war entsetzt. Nicht der Zahl wegen, sondern weil es so schnell gegangen war, und ich doch kaum was gegessen hatte, verglichen mit anderen. Gesund, leicht (mit wenigen Ausnahmen).
Klar: es muss sich was ändern, nämlich das.
Zum Glück hatte ich gerade Urlaub (das erste mal 3 Wochen am Stück seit 1996!), mein Freund hatte auch Lust auf Detox, also haben wir uns am 27.12. zurückgezogen und damit angefangen. Gewogen und meinen höchsten dokumentierten Gewichtsstand gesehen habe ich mich im Übrigen erst 2 Tage, nachdem unser Detox bereits begonnen hatte…
Er und ich sind komplett unterschiedliche Stoffwechseltypen, daher macht jeder sein Ding – aber konsequent! Es gibt ein paar Grundregeln, an die wir uns beide halten müssen.
Die Grundregeln für uns beide lauten:
– Kein Alkohol
– Low Fat
– Wenig Zucker
– Viel Bewegung
Also: keine Überraschung. So funktioniert es halt nun mal.
Aber innerhalb dieses Rahmens ist sehr viel Spielraum. Mein Freund sitzt mir gerade gegenüber und isst eine riesige Menge Reis mit cremiger Soße und irgendeiner Wurst drin. Alles mit fast keinem Fett und genug für 2 eigentlich.
Was ich esse und trinke, schreibe ich dann in den täglichen Updates. Bei mir steht momentan erst mal Entwässern auf dem Plan, was auch gut funktioniert.
Und was ist mit Sport?
Da ich mich seit fast 2 Jahren kaum bewegt habe (was ich früher für undenkbar gehalten habe), lass ich es langsam angehen. Wir haben bei uns im Viertel ein Studio, das bietet Monatskarten an und nun gehe ich seit einigen Tagen jeden Tag hin. Nicht lange, und manchmal auch nur zum Saunieren, aber um eine gewisse Gewohnheit aufzubauen. Auch wenn ich nur einen Shake dort trinke: es geht darum, wieder dieses „Oh, irgendwas fehlt heute“ Gefühl zu bekommen, wenn ich mal inaktiv werde.
Es dauert meist nur wenige Tage oder Wochen, bis man ein Verhalten etablieren kann. Hier ein sehr interessanter Link mit den Ergebnissen einer Studie http://www.persoenlichkeits-blog.de/article/1871/wie-lange-braucht-es-um-sein-verhalten-dauerhaft-zu-aendern.

Wie repräsentativ diese 96 Personen und die Studie sind, darüber brauchen wir hier nicht zu diskutieren. Ich suche noch weitere Quellen zu dem Thema. Trotzdem halte ich auch aus eigener Erfahrung (OK, das ist auch nicht repräsentativ 😉 ) für eine recht realistische Einschätzung. Und einen guten Motivator.
Und das möchte ich auch für euch sein, wenn ihr bis hier hin gelesen habt (danke erst mal dafür  ).

Daher werde ich jeden Tag ganz ehrlich mein
– Gewicht
– Nahrung
– Menge Flüssigkeit die ich zu mir nehme und was
– Sportliche Aktivität
– Sonstige besonderen Vorkommnisse (z.B. Keller ausmisten, das ist so anstrengend wie der Iron Man)
Posten. Dazu auch ein paar warme Worte und Tipps. Auch Rezepte für leckere Low-Fat & Low-Calorie Rezepte. Davon hab ich hunderte im Kopf, schließlich ernähre ich mich seit 20 Jahren so.
Und natürlich gibt es jetzt Menge Bilder.
Die ersten drei Tage muss ich nachtragen, ab heute ist es live, real und aktuell!
Warum mache ich das?
Zum einen will ich die 10 Kilo bis März (spätestens) verlieren und ich setze mich damit ein wenig selbst unter Druck. Zum anderen möchte ich mal den realen Prozess dokumentieren. Andere Blogger zeigen Vorher-nachher Bilder und sagen nur: „ich hab xy Kilo in z Wochen abgenommen, das schaffst Du auch“. Ich will live dabei sein, wenn ihr es auch schafft. Oder euch das Gefühl geben, dass jemand mit euch leidet und euch versteht, wenn ihr die Post erst später lest.

Wichtig: Ich bin keine Ärztin, ich bin keine Physiotherapeutin oder Orthopädin und keine Psychologin. Alles was ich hier poste, ist über Jahre geronnene Erfahrung aus der Zeit wo ich Größe 36/38 ohne Probleme halten konnte. Ich bin bis auf meine Schilddrüse gesund, habe z.B. keine Herz- oder Niereninsuffizienz. Mein Mineralstoffhaushalt ist und war immer 1A, ich habe nie unter einem Vitaminmangel gelitten. Daher gehe ich davon aus, dass meine Ernährungsweise gesund war, wenn auch manchmal über mehrere Tage einseitig. Aber ein gesunder Mensch bekommt normalerweise von 2 Wochen einseitiger Ernährung keine Mangelerscheinungen. Wenn ihr allerdings unter gesundheitlichen Schwierigkeiten leidet, dann solltet ihr mit einem Arzt sprechen, bevor ihr eure Lebensweise ändert. Auch das Thema Alkohol weglassen ist für den ein oder anderen nicht so einfach. Aber diese letzten Zeilen gelten eigentlich für jede Art der Ernährungsumstellung, ich wollte bloß nochmal darauf hingewiesen haben.